Künstler bei LUDWIG BECK

Thiemo Brüll, Elina Garanca und Dieter Mondrejewski
© Foto: Schneider
In den vergangenen 25 Jahren haben viele bedeutende Künstler der Musikszene ihren Weg zu uns gefunden. Manche kamen ganz privat, vielleicht um zu schauen, was die Konkurrenz so treibt und wie die eigenen Produkte laufen oder um neue Anregungen zu finden. Die meisten waren ohnehin für einen Signiertermin oder ein Mini-Konzert zu Gast am Hause.

Zuweilen gab es wahre Anstürme, z.B. als 1998 die populäre Sopranistin Anneliese Rothenberger, ganz Dame, unermüdlich fast zwei Stunden lang Autogramme schrieb und für jeden ein nettes Wort hatte. Bei Anna Moffo, die ja neben ihrer erfolgreichen Opernkarriere auch beim Film eine – für damalige Verhältnisse – recht freizügige Karriere gemacht hatte, drängelten sich neben Opernfans die Schaulustigen. Mit betörender Grandezza und ihrem unvergleichlichen Augenaufschlag brachte sie nicht nur die Neugierigen ins Schwitzen, obwohl sie dem Vernehmen nach die 70 schon überschritten hatte.

Als Anna Netrebko 2003, eine zurückhaltende, schmale junge Frau, fast noch ein Mädchen,  ihre erste CD bei Beck signierte, musste sie mit sechs Sicherheitsleuten wie ein Popstar von der Menge abgeschirmt werden. Auch die oft als „letzte Primadonna assoluta“ bezeichnete Angela Gheorghiu lockte viele Fans an. Ansonsten entwickelte sich das Zusammentreffenn von Musikern mit ihren Fans aber zu einer immer beliebter werdenden Gelegenheit, Distanzen abzubauen und ins Gespräch zu kommen.

Cecilia Bartoli erfreute dabei durch ihr gewinnendes, herzliches Lachen. Diana Damrau hatte nie Berührungsängste, aber die große Caballé erschrak, als sie die Menschenmasse sah, die auf ihre Ankunft gewartet hatte. Jordi Savall konnte mit wenigen Bogenstrichen auf seiner Viola da Gamba eine geradezu spirituelle Stille erzeugen, die unmittelbar berührte und Sol Gabetta gewann die Herzen des Publikums mit ihrem unkomplizierten, kontaktfreudigen Wesen. Arcadi Volodos spielte hier auf dem von Karl Lagerfeld entworfenen Steinway-Flügel, auf dem auch schon viele andere große Pianisten unserer Zeit  gezaubert haben. Rudolf Buchbinder, Nikolai Tokarev, Andras Schiff, Martin Stadtfeld - um nur einige zu nennen. Von Mariss Jansons und Elina Garanca bis zur Legende Astrid Varnay waren fast alle da, die auf den bedeutenden Bühnen und Konzertpodien der Welt stehen.

Dass dem Flügel auch Jazzklänge zu entlocken sind, haben Stefano Battaglia, Michael Wollny oder Jason Moran testen können. Wahre Begeisterungsstürme lösten in der jüngeren Vergangenheit die Auftritte von Queen Esther Marrow mit den Harlem Gospel Singers aus oder die herzerwärmende Stimme Gregory Porters. Wegen des großen Andrangs musste man von der Ladenfläche in die Kantine des Hauses ausweichen, als Professor Joachim Kaiser den Beethoven-Zyklus des Dirigenten Christian Thielemann mit den Wiener Philharmonikern vorstellte und im Gespräch mit Oswald Beaujean vom BR seine klugen Einsichten zu Thielemanns Beethoven-Rezeption erläuterte.

Einer darf in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Erstens, weil er ein Münchner ist, zweitens, weil er einer der aktuellen Top-Tenöre der Welt ist und drittens, weil von keinem anderen Sänger im gleichen Zeitraum bei Beck auch nur annähernd viele CDs verkauft wurden: Jonas Kaufmann. Schon dreimal durften sich die Fans über ein Stelldichein mit ihm auf der Ladenfläche treffen. Doch auch Klaus Florian Vogt, der zumindest im deutschen Fach einen Gegenpol zu Kaufmann darstellt, erwies sich wiederholt als Publikumsmagnet.

Aus so manchem Musikstudenten, der einst hoffnungsfroh in den vielen CDs stöberte, um dazuzulernen und sich inspirieren zu lassen, ist inzwischen ein renommierter Profi  geworden, dessen Aufnahmen nun auch in den Regalen neben den einst Bewunderten stehen.
Bildergalerie: Diese Künstler haben uns in den letzten 25 Jahren beehrt